04 Januar, 2012

Michael Jackson

»Du musst die Codes kennen, dann kannst Du hier auch gut leben«, sagt Roland.

Und weiter sagt er: »Ich gebe Dir ein Beispiel: Jede Woche wird ja bei mir der Müll abgeholt. Eines Tages stieg einer der schwarzen Müllabfuhr-Mitarbeiter aus dem Müllwagen, schaute an meinem Haus hoch (das ganz offensichtlich keinem armen Mann gehört), und sagte:

»Sir, my name is Michael Jackson and this is my number.«

Er drückte mir einen Zettel in die Hand. Ich sagte: »Okay, ´Michael Jackson´, it´s fine.«

Michael Jackson kommt nun immer, wenn ich ihn anrufe, und holt meinen ganzen Scheiß-Sondermüll ab. Er kommt auch zwischendurch und nimmt alles, aber auch alles an Kram mit. Kostet mich pro Anruf 100 Rand (10 Euro).

Hast kapiert, Sabine?"

Selbst wenn jemand Michael Jackson anschwärzen wollte, weil er mit dem städtischen Müllwagen in die eigene Tasche wirtschaftet: Der Name ist falsch, niemand weiß, wer er wirklich ist, und eine zweite Handynummer für »ganz private Zwecke« hat in Südafrika auch jeder.

So tickt das hier.