Wenn ich sonntags zur Kirche durch Langa laufe, werde ich oft mit "Mma" (sprich "Mama") angesprochen. Alle afrikanischen Frauen, die keine Mädchen mehr sind, sind anscheinend automatisch "Mmas", auch, wenn sie keine Kinder haben. Dass man keine Kinder hat mit Mitte 30 ist für die meisten unvorstellbar.
Für Schwarze, die eine weiße Frau ansprechen wollen - wenn sie nicht sicher sind, ob die Weiße Kinder hat oder nicht - ist die korrekte Anrede also "Mma". Ich finde mit "Mma" angesprochen zu werden lustig.
In anderen Situationen gibt es andere Anreden.
Wenn mich am Minibusstand einer von diesen coolen, sonnenbebrillten, 20-jährigen Gangsta-Minibusfahrern anspricht, sagt er "Hey Sis, where to?"
Er meint: "Hello, my sister, where do you want to go? Can I help you to get the right taxi?"
Die coolen Hunde nennen sich also untereinander "Sis" und "Bro´ " ("Sister und Brother).
In der Kirche und in schwarzen Talkshows spricht man sich mit "Brother" und "Sister" an und verzichtet auf die so unglaublich cool klingende Abkürzung.
Wenn ein schwarzer, der an irgendeiner Straßenecke rumlungert, um jeden Preis Geld oder einen Job von Dir will, sagt er "Madam" zu Dir.
Das klingt in so einem Zusammenhang nicht nur unterwürfig, sondern ist es auch. Ich möchte dann immer am liebsten sagen "Nenn mich nicht "Madam", verdammt." Aber die Bettler nutzen das manchmal aus. Sie sagen "Madam", weil sie denken, es schmeichelt mir, dass er mich superior zu ihm setzt. Unangenehm ist das, nichts sonst.
Allerdings, wenn in einem Luxus-Restaurant jemand "Madam" zu einem sagt, ist das etwas ganz anderes. Dann würde ich "Thank you, Sir" zurück antworten.
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